Nun, der Grund warum wir nie in Killarney angekommen sind, war eine Ruine an der Straße direkt an einem Bach über den eine bezaubernde Brücke führte.
Als Marcel diese erspähte war es um ihn geschehen.

Da will ich Bilder machen!

Gesagt, getan – abgebogen über die Brücke, den Weg hinauf gefahren und schon war da jemand der aussah als ob er zu diesem Anwesen gehört. Und richtig, es war der Senior Farmer, ein großer ehemaliger Hof mit einem weitläufigen Gelände und einem schönen, gepflegten Herrenhaus.

Ja, wir durften bleiben, unten beim alten Stall.
Da gab es Trinkwasser und in der Werkstatt einen Stromanschluss. Wir konnten also kochen, unsere Geräte aufladen und hatten frisches Wasser. Olga und Masi wurden bei der Brücke unten installiert.
Die Jugend kümmerte sich um das Lager. Später wurde im Bach gebadet und in der Werkstatt gekocht. Essen und schlafen für den 12.8. waren somit gesichert.

Marcel ging mit Sabrina den nächsten Platz für die MasiRatis suchen.
Gouagane Barra der Zauberwald soll hier ganz in der Nähe sein. Uralte Geschichten kreisen um diesen Wald und den See – beides hoch in den Bergen.
In der Zeit lange vor der Christianisierung soll in diesem Wald eine Druidenschule gewesen sein. Später dann wurde das Land von Farmern genutzt die jedoch ab ca. 1930 sich mehr und mehr aus dem Tal zurückzogen. So konnte der Wald wieder wachsen und jetzt, fast 100 Jahre später hat er seinen alten Zauber wohl zurück erlangt. Noch nie im Leben haben wir so weiches Moos gesehen wie in diesem Wald.
So viele unterschiedliche Grüntöne auf kleinstem Raum.

Trotz des Regens waren wir zuversichtlich das wir eine gute Zeit haben werden. Hier in diesem Wald schlugen wir unser Lager am 13.8. auf. So war es dann auch, der Regen störte wenig, die Stille war wunderbar. Am nächsten Tag jedoch, spürten wir die Feuchtigkeit in den Kochen, den Kleidern und den Zelten. Wir packten geschwind unsere Sachen zusammen und fuhren aus dem Park hinaus zum Cafe am See. Frühstücken war hier angenehmer als im Regen mit nassen Sachen. Die Jungend verlangte nach einer Dusche – oder wenigstens einem Hallenbad. Seit der Farm von David hatten wir keine heiße Dusche mehr gesehen.

Zwischenzeitlich bekamen wir den Hinweis, dass in der Stadt Ennis das größte irische Folk Festival genau jetzt stattfinden soll. Auf dem Weg dahin wurde das Wetter immer schlechter. Das zusammen mit dem Wunsch einiger Teammitglieder nach einer heißen Dusche, ließ uns kurzfristig ein Hotel in der Nähe von Ennis buchen.
Es war tatsächlich eine Wohltat – wir konnten die nassen Zelte trocknen, die Koffer umpacken und alles aufräumen. Wir hatten Betten zu schlafen und am nächsten Tag ein Frühstück das jemand anders für uns gekocht hatte – einfach himmlisch.

Am Abend ging es in die Stadt. Überall Menschen die Musik machten, tanzten, feierten und sich des Lebens freuten. An die 400.000 Menschen kommen in einer Woche hier in diese kleine Stadt. Vor allem Kinder sind es, die als Straßenmusiker auftreten.

Am 15.8 ging es weiter zu den Cliff´s of Moher – nahe des Hag´s Head wo die Klippen über 120 Meter hoch sind. Den Platz zu finden war weniger das Thema, doch dort oben auch einen Standort für die MasiRatis zu finden an dem mit dem Auto zugefahren werden kann – eine Herausforderung. Doch genau das ist es ja, was Marcel liebt. Einfach kann ja jeder…

Nach einigem hin und her, bei Einheimischen nachfragen und den Hinweisen nachgehen, fand sich ein Farmer der tatsächlich ein Grundstück mit Zufahrtsstraße direkt zum Hag´s Head hatte. Als er sah was wir im Gepäck hatte, war er völlig begeistert. Er öffnete uns die Tore und wir durften bis an den Rand der Klippen hochfahren. Voll motiviert bauten wir Masi, Rati, Olga und die kleine Zicke oben an den Klippen auf. Das Wetter spielte auch mit und so verbrachten wir den Nachmittag in dieser unglaublichen Landschaft.

Marcel fotografierte und sprach mit interessierten Menschen aus allen Herren Ländern. Sogar amerikanische Dollar haben wir für unsere Postkarten bekommen.
Gegen Abend begannen wir unser Lager aufzubauen. Der Wind wurde immer stärker und es war ein rechter Kraftaufwand die Zelte zu befestigen.

Als es zu Dämmern begann, kamen 2 Leute von der Küstenwache vorbei, Sturmwarnung gibt es heute Nacht für diesen Küstenabschnitt, Winde mit bis zu 200km/h sind angekündigt. Also gut, alles wieder abbauen, gegessen hatten wir schon und so ging es gleich los mit Dachzelte wieder abbauen, alle Sachen in die Autos stopfen und ins Tal abfahren einen Schlafplatz suchen.
Die Familie des Farmers gab uns einen Platz der ein wenig Windgeschützt hinter einem Hügel lag. Hier bauten wir unser Lager an diesem Tag ein zweites Mal auf.
Marcel blieb derweilen noch oben auf den Klippen um zu fotografieren. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Der Plan am 16.8. war, über den Burren, eine eiszeitliche Berglandschaft in Richtung Norden an der Küste entlang zu fahren. Unterwegs zu sichten wo es spannende Plätze für die MasiRati´s gäbe und diese eventuell irgendwo aufzubauen. Regen, Wind und Wolken welche die Berge versteckten ließen uns jedoch diesen Plan verwerfen. In Dublin hatten wir von 17. – 19.8. über AirB&B ein Haus gebucht, kurzerhand riefen wir bei unserer Vermieterin an und fragten nach, ob wir einen Tag früher anreisen dürfen.
Ja, das geht – so fuhren wir durch bis Dublin – auf der Autobahn – und Martin konnte endlich einmal so richtig Gas geben.

In Dublin erwartete uns ein nettes, irisches Landhaus mit genügend Betten und 2 Duschen. Ein Platz für die MasiRatis war auch bald gefunden, dank einem von Frank´s Tipps am Anfang unsrer Irlandzeit wussten wir schon wo ungefähr zu suchen wäre. Wir fanden die Familie Guinness, oben in den Wicklow Mountains, deren Grundstück die perfekte Sicht auf Dublin bot. Ein weiteres außergewöhnliches Bild konnte entstehen.

Tja und hier schreibe ich euch nun diese Zeilen während für das Land eine Hurrikanwarnung ausgerufen wurde. Wir reisen heute weiter, nach Nordirland zum Castel Ward National Trust Gebiet – dort wo GoT, seinen Schauplatz Winterfell hat. So kann einem weiteren Teammitglied ein Herzenswunsch erfüllt werden – eine Nacht in diesem Schloss.

Inzwischen sind wir in Nordirland angekommen, wir übernachten die 3.Nacht auf einen Bauernhof und heute Abend sind wir zum Essen bei unserem Herberge Geber eingeladen. Die Jugend ist im Hallenbad, Marcel und Sabrina bei der Arbeit… :o)

Morgen geht unsere Fähre nach Schottland – bleibt dran, der nächste Bericht kommt sicher!

Euer MasiRati Team on Tour