Sensationell ist die Westküste Schottlands! Schon direkt bei der Ankunft, kurz nach der Hafenausfahrt beginnt das zerfurchte Küstengebiet mit unzähligen kleinen und größeren Inseln in Sichtweite. Für uns galt es jedoch zumindest ein Stück weit in Richtung Glasgow zu fahren wo wir am nächsten Tag Ramon vom Flughafen abholen werden. Gegend Abend fanden wir einen Farmer bei dem wir übernachten konnten.

Am 23.8. morgens wechselten wir die Mitfahrer im Auto. Jeramis und Felix die zwei Jüngsten im Team waren bisher bei Sabrina und Martin im Golf mitgefahren jetzt stiegen sie in den Bus ein und Fabian fuhr im Golf mit.
Die Besatzung im Bus fuhr voraus in Richtung Fort Williams, der Rest der Truppe machte sich auf den Weg zum Flughafen um Ramon abzuholen und dann nachzukommen.

Fort Williams zeigte sich als Reinfall – besteht genau genommen nur aus Hotels und Souvenirläden. Alles ist ziemlich teuer und der Ben Nevis, der höchste Berg Englands zeigte sich nur wolkenverhangen. Wir fanden eine Unterkunft bei Paolo und seiner Familie. Ein Italiener der nach Schottland geheiratet hatte. Auf dem Hof lebten gefühlte 100 Hühner die wie Wachhunde alles genau beobachteten und Alarm schlugen wenn ihnen etwas komisch vorkam. Diese Höfe hier sind weitläufig – so auch der Hof von Paolo. Weiter oben in den Hügeln hatte er seine schwarzen Hochlandrinder auf der Weide und genau dort durften wir die MasiRatis installieren.

Am nächsten Tag war die Frage wohin jetzt – doch Paolo hatte die Lösung – zu seiner Schwester, sie lebte auf einer Halbinsel direkt an der Küste – das wäre doch was?
Zum Abschied schenkte uns Paolo ein großes Stück Rindsfilet als Wegzehrung.

Auf dem Weg dort hin passierten wir die Eisenbahnbrücke aus dem Film Harry Potter – diese steht da mitten in der Landschaft auf einem Feld und gilt als begehrtes Ausflugsziel für Menschen aus allen Herren Ländern. Wir sahen sie und fuhren weiter nach Strontain, ein Nest an der Küste.

Ebbe und Flut sind faszinierend – vorallem für uns die wir nicht am Meer leben. Marcel fand eine Stelle um Masi und Rati zu installieren. Von den Einheimischen erfuhren wir, dass die Flut am Abend um ca. 9.00 Uhr am höchsten ist.

In der Zwischenzeit – Lager aufbauen, essen vorbereiten und irgendwie ein Feuer in Gang bringen um das Filet von Paolo zu braten. Es gelang, zumindest so lange wie wir es brauchten, kurz darauf war der Regen so kräftig das es keinen Sinn mehr machte ein Lagerfeuer am brennen zu halten.

Marcel und Sabrina fuhren an die Küste um zu sehen wie es den Masiratis wohl ginge – und siehe da – die Flut ist gekommen! Die beiden standen zuvor auf einer kleinen Insel und jetzt bis über die Knie im Wasser. Welch ein Anblick – legendär meinte Marcel, selbst wenn wegen dem Regen kein wirklich geniales Bild zustanden kommen wird.

Wenn so viele Menschen auf so engen Raum über eine längere Zeit zusammen sind, muss es Zwischenmenschlich funktionieren. Jeder muss wissen wo sein Platz ist und was seine Aufgabe im Team sein soll. Das ist eine Herausforderung für alle und da wir vorallem Menschen sind, mit unterschiedlichen Erwartungen, Vorstellungen und Lebenserfahrungen war klar, dass es auch zu Unstimmigkeiten kommen kann.
Wir hatten gehofft, dass uns dies erspart bleibt. Doch ganz ehrlich – es hatte schon in Dublin gebrodelt und auf dem Hof von Paolo Schwester eskalierte die Situation.
So kam es, dass wir uns am Tag darauf dem 25.8. in Inverness von 2 Leuten trennten.
Es war schade, dass es so gekommen ist, doch für die Stimmung im Rest von Team war es die richtige Entscheidung.

Wir übernachteten auf einem Rastplatz in der nähe von Inverness und fuhren früh morgens weiter nach Helmsdale in unser Haus Valhalla. Eine alte Wikingersiedlung direkt am Meer.

Jetzt waren wir tief in den Highlands angekommen.
Mit ausreichend schottischem Whiskey eingedeckt konnten wir am Samstag Martins Geburtstag gebührend feiern!

Glen Loth – so wurde uns gesagt soll ein wunderschöner Ort sein – mit Fernsicht bei gutem Wetter bis über das Meer hinaus an die gegenüberliegende Küste. Der Weg dort hin gilt als Straße – und wieder bei uns zuhause wäre das allerhöchstens ein Forstweg…

Um Bilder zu schießen jedoch ideal, fehlte uns nur noch ein Piper – so heißen hier die Dudelsackspieler. Also machten wir uns auf die Suche nach einem traditionellen, schottischen Musiker. Doch die meisten hier in Helmsdale die dieses Instrument spielen, sind Mitglieder einer „freien Kirche“ und bei diesen gibt es am Sonntag weder fernsehen noch Musik oder Tanz. Die Einheimischen sind auch hier wie überall auf unserer Reise sehr hilfsbereit und vermittelten uns so lange weiter bis wir jemanden gefunden haben.
April Sutherland, die neue Generation der schottischen Piper war bereit für uns die Tracht anzuziehen und mit auf den Glen Loth für ein Fotoshooting zu kommen.

Am Montag machten sich Marcel und Sabrina auf den Weg um weitere Ort für die MasiRatis zu finden. Bis ans Ende der britischen Welt sind die beiden gefahren – nach John o Groat, der nördlichste Punkt des königlichen Festlandes.

Auf dem Weg dorthin fanden die beiden eine Bucht mit weißem Sandstrand und beeindruckenden Klippen – beide Orte so beschloss Marcel sind perfekt für die MasiRatis! Also fuhren wir zurück zum Rest der Truppe und beschlossen am nächsten Tag ganz hinauf in den Norden zu fahren um dort zu fotografieren.

Sabrina, Jeramis und Felix blieben eine Nacht länger in Valhalla, die großen Jungs machten sich auf den Weg ans Ende der Welt, dort wo die Straße über einen Kreisverkehr wieder zurück nach Süden führt…

Nun ihr lieben MasiRati Freunde seid ihr auf dem neuesten Stand. Heute am Mittwoch dem 30.8. fahren wir zurück nach Inverness, von dort dann nach Blairgowrie + Rattray wo wir zu den Highland Games eingeladen sind. Danach geht es zur Fähre nach New Castle und von dort aus nach Amsterdam, dann hat uns das Festland wieder!

Am kommenden Freitag gibt es noch einen Bericht von uns, die Woche darauf dann den letzten und am Samstag dem 8.September werden wir in den frühen Morgenstunden zuhause bei uns in Nüziders ankommen.

Bis bald,
Euer MasiRati Team